Zur neuen Saison treten ein paar neue Regeln in Kraft. Die größten Veränderungen betreffen die Torhüter und die Elfmeter-Schützen.
Bocholt (neb) Zur neuen Amateurfußball-Saison sind seit dem 1. Juli Regeländerungen in Kraft getreten, die den Ablauf auf dem Platz fairer und transparenter gestalten sollen. Einige davon wurden bereits erfolgreich getestet, etwa bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr. Jetzt sind sie offiziell im Regelwerk verankert – hier ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.
Die erste offizielle Änderung gibt es beim Gespräch mit den Unparteiischen: Nur noch die Kapitäne (Foto links: Stenern-Kapitän Benji Lückel) dürfen bei Diskussionen mit dem Referee das Wort führen. Diese Maßnahme soll für mehr Ordnung und weniger Rudelbildung sorgen. In Deutschland ist diese Regel bereits seit der letzten Saison und dem erfolgreichen Testversuch bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 in allen Ligen etabliert, nun ist sie aber auch offiziell Teil des Regelbuchs.
Bei der Fortsetzung des Spiels nach einer Unterbrechung wird der Schiedsrichterball dazu fortan konsequenter geregelt. Künftig erfolgt dieser immer genau an der Stelle, an der der Ball zuvor liegen geblieben ist. Zusätzlich bekommt die Elf den Ball zugesprochen, die ihn zuletzt besessen hat oder eindeutig bekommen hätte. Ist das nicht klar feststellbar, gilt wie bisher: Der Ball geht an das Team, das ihn zuletzt berührt hat.
Eine etwas größere Änderung betrifft die Regel 9 (Ball im und aus dem Spiel): Auch bei unbeabsichtigten Ballberührungen durch Personen außerhalb des Spielfelds gibt es eine neue Linie.
Wenn ein Trainer oder ein ausgewechselter Spieler den Ball im Spiel berührt – ohne dabei unfair zu handeln – wird das künftig nur noch mit einem indirekten Freistoß geahndet. Persönliche Strafen wie Gelbe Karten oder gar Strafstöße entfallen. Ein Beispiel: Ein Spieler, der sich hinter dem Tor aufwärmt, stoppt einen auf ihn zurollenden Ball knapp vor der Linie, um seinem Keeper einen schnellen Abstoß zu ermöglichen – dafür gibt es nun keine Karte mehr, sondern Freistoß.
Für Torhüter (Foto links: Stenern-Torhüter Alexander Brücks) bringt die Regelanpassung ebenfalls eine Veränderung: Sie dürfen den Ball nun bis zu acht Sekunden mit den Händen kontrollieren. Die letzten fünf Sekunden zeigt der Schiedsrichter sichtbar per Countdown mit der Hand an. Wird diese Zeit überschritten, ohne dass der Torwart dabei gestört wurde, gibt es nicht länger einen indirekten Freistoß, sondern eine Ecke für das gegnerische Team. Diese Regel feierte bereits bei der U21-Europameisterschaft sowie bei der aktuell laufenden Klub-Weltmeisterschaft Premiere.
Abschließend wurde auch die Strafstoß-Regel bei Doppelberührungen angepasst. Trifft ein Spieler beim Elfmeter den Ball zweimal – etwa durch Abrutschen oder einen Abpraller ans eigene Standbein – und erzielt dabei ein Tor, wird der Strafstoß in Zukunft wiederholt. Landet der Ball dagegen nicht im Tor, bleibt es bei einem indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft.
Bericht: BBV-Ausgabe vom 10.07.25
Fotos: TuS Stenern



