Marc Beckert gibt sein Debüt in Stenern!

Der Sportler hat seine Fußball-Karriere im Sommer beendet. Künftig schnürt der 34-Jährige seine Fußballschuhe für die Ü32-Altherren des TuS Stenern.

Mike Welter hat 218 Spiele in der Fußball-Oberliga bestritten. Bei Tim Elsinghorst sind es 154 und bei Jan Wienholt immerhin noch 102. Das ist reichlich Erfahrung in höheren Spielklassen, die der Ü32 der TuS Stenern zur Verfügung steht. Und als wenn das nicht schon genug wäre, kommt jetzt auch noch reichlich Spielpraxis aus der Regionalliga hinzu. Denn Marc Beckert hat sich Stenerns Altherren-Mannschaft angeschlossen. Der 34-Jährige, der lange Jahre für den 1. FC Bocholt spielte und nach dem Abschied vom Hünting in der vergangenen Spielzeit noch einmal für den SV Biemenhorst die Fußballschuhe schnürte, bringt es auf 60 Regionalliga-Partien und 290 Spiele in der Oberliga.

Am Montagabend trug Beckert (Foto) erstmals das Trikot des TuS Stenern, als dieser in der Kleinfeld-Spielrunde 10:0 gegen BW Wertherbruch und 9:2 gegen GW Lankern siegte. Beckert steuerte drei der insgesamt 19 Treffer bei und feierte somit einen gelungenen Einstand. „Mein Arbeitskollege und Freund Matthias Belting hat mich schon zum Ende meiner Zeit beim 1. FC Bocholt gefragt, ob das nichts für mich wäre, mit ihm und ehemaligen Mitspielern wie Jan, Mike und Tim in der Ü32 von Stenern zu spielen“, sagt Beckert im Gespräch mit unserer Redaktion.

Kicken mit Weggefährten

Das zerschlug sich aber erst einmal, weil Beckert dann doch dem SV Biemenhorst zusagte, ohne dass der Kontakt aber abriss. Als Beckert im Sommer endgültig einen Schlussstrich unter seine Karriere zog, stand Belting gleich wieder parat und lief dabei offene Türen ein. Der Kontakt ging ohnehin nie verloren. Als die Ü32 in diesem Jahr in Berlin um den DM-Titel spielte, wurde Beckert immer auf dem Laufenden gehalten, während er beim Flender-Cup aktiv war. „Ich trainiere nun schon seit Oktober mit, nur bislang lag meine Spielberechtigung noch nicht vor. Für mich ist es in Stenern die Gelegenheit, auf einem gehobenen Niveau mit Weggefährten, Arbeitskollegen und Kumpels zu kicken, die ich dann noch häufiger sehe“, sagt Beckert.

Dabei war ihm durchaus bewusst, dass man bei den Schwatten ganz genau hinschaut, wenn der langjährige FC-Akteur ausgerechnet das Trikot des Zaunnachbarn überstreift. „Deshalb bin ich im Vorfeld auch auf den FC zugegangen. Leider hat der Verein ja keine Ü32, in der man auf ähnlichem Niveau Fußball spielen kann“, sagt Beckert.

Nach Stenern brachte er dann gleich auch noch Felix Kortstegge (Foto links) vom SV Biemenhorst mit. Mit Roy Nijman und Jan-Niklas Schmänk kommen weitere Spieler hinzu, die schon auf Oberliga-Niveau Fußball gespielt haben. Das Ziel, das dahintersteckt, ist klar: TuS Stenern will im nächsten Jahr noch einmal einen neuen Anlauf in Sachen deutsche Ü32-Meisterschaft nehmen, nachdem sich das Team in diesem Jahr beim Endrunden-Turnier hinter Bayern München mit der Vizemeisterschaft begnügen musste. „Die Jungs haben gesagt, dass es vielleicht ein Zeichen war, dass es nur zu Rang zwei gereicht hat, und ich es mir überlegen solle“, sagt Beckert mit einem Lächeln.

Trainer Holger Krämer freut sich natürlich, dass sich Beckert für eine Zusage entschieden hat. „Die Qualifikation zu den Niederrhein-Meisterschaften ist fast sicher. Unser großes Ziel bleibt aber weiterhin die deutsche Meisterschaft“, sagt er und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Mit Marc Beckert bekommen wir eine absolute Verstärkung in unser Team. Er passt nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich super in die Mannschaft. Außerdem möchte Marc nochmal in seiner Karriere deutscher Meister werden.“

Spiel gegen Hamburger SV

In der Tat ist das natürlich ein Ziel Beckerts, auch wenn er betont, dass es bis zum Turnier in Berlin noch ein weiter Weg ist. „Matthias Belting hat gesagt, dass er sich ja nun so langsam auf die Ü40 konzentrieren könnte, weil genügend Jüngere hinzukommen. Aber meine Bedingung war schon, dass wir – sofern wir nach Berlin kommen – gemeinsam dort hinfahren.“

Dass ihm die Vergleiche mit den dortigen, oft namhaften Teams reizen, wurde auch durch die jüngste Auslosung für den Ü32-Supercup deutlich. „Durch meinen Papa bin ich Fan des Hamburger SV geworden. Dass wir jetzt beim Supercup gegen den HSV spielen, ist schon etwas Besonderes“, sagt Beckert.

Wenn er nicht selbst kickt, verfolgt der 34-Jährige natürlich den Saisonverlauf seiner beiden ehemaligen Mannschaften genau. Sein Urteil: „Der 1. FC Bocholt läuft seinen eigenen Ansprüchen hinterher. Da habe ich mir bei der Qualität, die im Kader steckt, mehr erhofft. Mit dem Ball läuft es gut, aber das Team kassiert viel zu viele Gegentore. Der Blick dürfte meiner Meinung nach eher nach unten gehen, und es gilt jetzt mit einer ordentlichen Vorbereitung dafür zu sorgen, dass die Mannschaft nicht unten ’reinrutscht.“

Etwas anders bewertet er die Situation beim SV Biemenhorst: „Da wäre es schon eine Riesenleistung, wenn die Mannschaft den Klassenerhalt in der Oberliga noch einmal schaffen würde.“ Das Spiel zuletzt gegen die SF Baumberg, das er vor Ort verfolgte, macht ihm Mut. „Ich war positiv überrascht, was sich in den vergangenen Wochen getan hat. Vielleicht kann die Mannschaft jetzt gegen den SV Sonsbeck noch einmal Boden gutmachen, und dann muss man schauen, was im neuen Jahr noch möglich ist.“

Kampflos eine Runde weiter

Für Beckert selbst hätte es eigentlich an diesem Freitag (12. Dezember) im Trikot des TuS Stenern weitergehen sollen. Das Spiel in der zweiten Kreispokalrunde gegen die DJK Rhede stand an. Doch weil der Gegner keine Mannschaft stellen kann, zieht Stenern nun kampflos in Runde drei ein.

Bericht: BBV-Ausgabe vom 11.12.25
Fotos: TuS Stenern