Der Fußball-Oberligist BW Dingden setzt sich gegen den Bezirksligisten TuS Stenern mit 1:0 durch. Die knapp 100 Zuschauer müssen weiter auf einen Einsatz von Neuzugang Noah Schulz warten.
BW Dingden hat auch das zweite Testspiel an diesem Wochenende gewonnen. Nach dem 5:3 beim Landesligisten SF Hamborn 07 (siehe Seite C7) gewann der Oberligist gestern 1:0 (1:0) gegen den Bezirksligisten TuS Stenern. Dabei war die Elf von Trainer Sebastian Amendt zwar tonangebend, tat sich aber schwer, Chancen herauszuspielen. „Der Gegner hat es gut gemacht und über 90 Minuten leidenschaftlich gekämpft. Wir konnten aus der Partie wieder viele Erkenntnisse gewinnen“, sagte Amendt. So bemängelte er, dass sein Team vorne zu inkonsequent war und auch das Anlaufverhalten nicht gestimmt habe. „Da haben wir noch einiges zu tun. Gut ist indes, dass wir zu Null gespielt haben.“
Wie zu erwarten war, bestimmt BWD von Beginn an die Partie. Stenern zog sich in die eigene Hälfte zurück und machte die Räume hinten mit einer Fünferkette eng. Auf diese will Simon Meyering, Trainer des TuS Stenern, in dieser Saison setzen, um die Gegentorflut zu minimieren. In der vergangenen Spielzeit kassierte sein Team im Schnitt zwei Gegentreffer. „Unser Hauptaugenmerk liegt derzeit auf der Defensive. Da haben wir es gut gemacht. Wir müssen nun allerdings schauen, wie wir nach vorne mehr Durchschlagskraft entwickeln können“, so Meyering.
Er erlebte zunächst einen Fehlstart seiner Mannschaft, weil der Favorit früh in Führung ging. Neuzugang David Hulshorst nahm einen langen Ball in die Spitze gefühlvoll an und legte den Ball vorbei an Torhüter Alexander Brücks ins Stenerner Tor (6.). Das sollte aber der einzige Treffer in der Partie bleiben. Zwar erspielte sich BW Dingden durchaus noch die eine oder andere Möglichkeit, doch weder Jan-Niklas Haffke (18.), noch Hulshorst brachten in den ersten 45 Minuten den Ball im Stenerner Tor unter. Und Kemoh Sacko verstolperte den Ball in aussichtsreicher Position (42.). „Wir haben leider den Anfang etwas verschlafen, die Räume dann aber eng gemacht und wenig zugelassen“, sagte Meyering.
Sein Team kam allerdings selten zu Chancen, auch wenn es die Meyering-Schützlinge hier und da schafften, Ballbesitzphasen zu kreieren, und BW Dingden auch durchaus aufpassen musste, nach Ballverlusten im Mittelfeld nicht in einen Konter zu laufen. „Wir hatten da zum Teil schlechten Zugriff. Das ist zum jetzigen Stand der Vorbereitung alles erklärbar, zeigt aber auch, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Es fehlt die Genauigkeit im Spiel. Andere Gegner nutzen das ganz anders aus“, sagte Amendt. Eine dicke Möglichkeit gab es für Stenern, als Alexander Biermann (Foto) nach einem langen Ball aus abseitsverdächtiger Position auf das Tor von Torhüter Niklas Schmitz zustürmte, den Ball aber an die Latte setzte (35.).
In der zweiten Halbzeit änderte sich das Spiel nicht groß. BW Dingden bestimmte die Partie, hatte bis auf einen guten Abschluss von Sacko (55.) aber zunächst keine nennenswerte Chance. Um ein Haar wäre David Heveling der Ausgleich gelungen, als Keeper Schmitz ihm beim Versuch, den Ball zu passen, anschoss. Aber die Kugel landete neben dem Tor (61.)
Die Partie wurde jetzt insgesamt ausgeglichener, womöglich auch, weil auf Dingdener Seite einige Akteure auf dem Feld standen, die tags zuvor gegen Hamborn gespielt hatten. Felix Amler (Foto) hatte kurz vor dem Abpfiff dann tatsächlich noch die Chance zum 1:1, als sich Stenern über die linke Seite durchspielte und der eingewechselte Niklas Kraft den Ball an die Strafraumgrenze zurücklegte, Amler die Kugel aber über das Tor drosch. So blieb es beim 1:0-Erfolg für BW Dingden. „Ich habe trotz der Niederlage ein gutes Gefühl. Wir haben nur 0:1 gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt, und das war nicht nur Glück, wir haben es auch gut gemacht“, sagte Meyering.
Die knapp 100 Zuschauer bekamen auch in dieser Partie nicht Noah Schulz zu sehen, der vom FC Kray zu BW Dingden gewechselt ist. „Bei ihm gibt es eine Überlastungsreaktion am Schienbein, was wohl auf die vielen Spiele auf Kunstrasen in der Vorsaison zurückzuführen ist. Er ist im Training, aber wir bauen ihn langsam auf“, sagte Amendt, der auch gleich verriet, warum Christian Gurny weiterhin fehlt. Den Routinier plagen nämlich Leistenprobleme, die ihn schon am Ende der vergangenen Saison zum Zusehen zwangen. Und Michael Leyking laboriert weiterhin an einem Mittelfußbruch.
Bericht: BBV-Ausgabe vom 21.07.25
Fotos: TuS Stenern



