Der Bezirksligist überzeugte zunächst mit Siegen und einer neuen Taktik. Doch in der zweiten Hälfte der Hinrunde lief nicht mehr viel zusammen.
Für den Fußball-Bezirksligisten TuS Stenern verlief der Start in die Saison zunächst äußerst vielversprechend. Zwar musste das Team von Trainer Simon Meyering zum Auftakt eine 1:3-Niederlage bei den Sportfreunden Broekhuysen hinnehmen, doch davon ließ sich die Mannschaft nicht aus der Bahn werfen. In den folgenden sechs Begegnungen sammelte der TuS fünf Siege und ein Unentschieden und arbeitete sich damit in der Tabelle weit nach oben. Vom fünften bis zum siebten Spieltag rangierte Stenern sogar auf dem zweiten Tabellenplatz.
Im weiteren Saisonverlauf geriet der Schwung jedoch zunehmend ins Stocken. Lediglich gegen den damaligen Spitzenreiter VfL Rhede gelang noch ein weiterer Sieg. Danach folgte eine längere Durststrecke mit sieben Spielen in Folge ohne Erfolgserlebnis, in der wichtige Punkte liegen gelassen wurden.
Erst am letzten Spieltag der Hinrunde konnte TuS den Negativtrend stoppen. In einer engen Partie setzte sich Stenern knapp mit 3:2 gegen Alemannia Pfalzdorf durch und verschaffte sich damit wieder etwas Luft. Am Ende der Hinserie steht Platz zehn zu Buche – ein gesicherter Mittelfeldrang, der zwar hinter den Erwartungen aus der starken Anfangsphase zurückbleibt, aber eine solide Ausgangsposition für die Rückrunde darstellt.
Das lief gut: Stenern startete äußerst stark in die neue Saison und sorgte gleich zu Beginn für große Aufmerksamkeit. Vor allem die beiden externen Neuzugänge Tom Luka Wanders und Jacobus Tielemann erwiesen sich als echte Verstärkungen. Auch drei Spieler aus der eigenen Jugend konnten erfolgreich integriert werden und fügten sich nahtlos in die Mannschaft ein. Die jungen Akteure zeigten dabei eine kontinuierliche, individuelle Weiterentwicklung.
Darüber hinaus arbeitete Trainer Meyering gemeinsam mit seinem Team intensiv an einer neuen taktischen Ausrichtung. Besonders die Einführung der Dreierkette erwies sich zu Beginn der Saison als erfolgreiches Mittel. Diese Umstellung hat vor allem für defensive Stabilität gesorgt.
„Dadurch sind wir für die Rückrunde flexibler und können sowohl von Spiel zu Spiel als auch innerhalb eines Spiels variabler agieren. Allgemein ist uns besonders wichtig, dass die Spieler Freude am Fußball haben – und das ist zu 100 Prozent der Fall“, erklärt Meyering. Mit Alexander Biermann und Tom Luca Wanders verfügt Stenern über zwei treffsichere Torjäger, die jeweils bereits neun Tore erzielt haben. Gemeinsam sind sie damit für 75 Prozent aller Stenerner Tore verantwortlich.
Das lief nicht gut: Nach dem Spiel gegen den VfL Rhede geriet die Meyering-Elf in einen deutlichen Negativtrend. In den darauffolgenden sieben Ligaspielen gelangen lediglich zwei Punkte, wodurch der zuvor positive Saisonverlauf spürbar ins Stocken geriet.
In dieser Phase war die Trainingsbeteiligung aufgrund beruflicher und privater Verpflichtungen sowie mehrerer Verletzungen und Erkrankungen nicht immer optimal. Der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft, der zu Saisonbeginn noch ausgeprägt war, ließ zunehmend nach. In der Folge verlor Stenern insbesondere in der Defensive an Stabilität. Auch in der Offensive fehlte es an Leichtigkeit und Effizienz im Abschluss.
Abgesehen von Biermann und Wanders konnte in diesem Zeitraum lediglich Felix Amler einen weiteren Treffer beisteuern. Besonders auswärts zeigten sich große Leistungsschwankungen: In bislang acht Partien auf fremdem Platz gelang lediglich ein Sieg.
Neuzugänge/Abgänge: Einen Abgang hat der Verein nicht zu vermelden. Als Neuzugang stößt Luca Wiesmann aus der A-Jugend der SF 97/30 Lowick dazu. Außerdem ist Kai-Philipp Ridder, der in dieser Saison noch keinen Einsatz hatte, nach seiner Kreuzbandverletzung wieder voll einsatzfähig. „Beide werden frischen Wind mitbringen, den Konkurrenzkampf anheizen und darauf drängen, in die Startelf zu kommen“, meint Meyering.
Das sagt der Trainer Simon Meyering: „Die Liga ist in diesem Jahr extrem ausgeglichen. Mit Ausnahme der oberen drei Mannschaften liegen alle Teams tabellarisch eng beieinander. Ich habe auch das Gefühl, dass häufig die Tagesform entscheidet. In der ersten Hälfte der Hinrunde waren wir oft die Mannschaft mit der besseren Tagesform. In der zweiten Hälfte dann das genaue Gegenteil. Aus solchen Phasen müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen und es als Lernprozess ansehen. Ich bin froh, dass wir inzwischen wieder nahezu aus dem Vollen schöpfen können und ich bin auch aufgrund unserer Kaderbreite davon überzeugt, dass wir eine gute Rückrunde spielen werden.“
BBV-Prognose: Für den weiteren Saisonverlauf wird es für die Meyering-Elf entscheidend sein, wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Besonders in den Auswärtsspielen wird es darauf ankommen, konstantere Leistungen abzurufen, um unnötige Punktverluste zu vermeiden. Sollte es der Mannschaft gelingen, ihre Heimstärke auszuspielen und auswärts zumindest stabiler aufzutreten, ist eine Platzierung im gesicherten Tabellenmittelfeld weiterhin realistisch. Dann könnte auch die BBV-Prognose vom letzten Sommer noch erreicht werden: Platz 5 bis 8. Voraussetzung dafür bleibt jedoch eine klare Leistungssteigerung in den kommenden Wochen.
Tabellenposition: 10, Punkte: 24, Spiele: 17, Siege: 7, Unentschieden: 3, Niederlagen: 7. Höchster Sieg: 3:1 gegen den VfL Rhede, höchste Niederlage: 1:6 gegen den SV Haldern, aktuelle Serie: nur ein Sieg aus den letzten acht Spielen, nächster Gegner: SF Broekhuysen (H)
Bericht: BBV-Ausgabe vom 14.01.26
Fotos: TuS Stenern



