Abstiegskampf: Spannung pur in der Bezirksliga!

Der Abstiegskampf in der Bezirksliga spitzt sich zu.

Im Prinzip sind alle Teams ab Rang zehn noch rein rechnerisch gefährdet, weil der Relegationsrang 15, den derzeit Westfalia Anholt – aber nur virtuell innehat – nur fünf Punkte entfernt ist. Und es stehen nur noch zwei Spieltage an.

Virtuell deshalb: Die auf Rang elf stehende SGE Bedburg-Hau wird ihr Team zurückziehen und in der Kreisliga A oder B einen Neuanfang starten. Zumindest hat das der SGE-Vorstand angekündigt, sodass Anholt einen Rang vorrücken würde. Sicher runter müssen aus der Gruppe vier außerdem schon SV Haldern und SV Viktoria Goch II. Gefährdet sind noch drei der fünf hiesigen Teams, bis auf VfL Rhede, der seit dem Wochenende bereits Meister und Landesliga-Aufsteiger ist, die Oberliga-Reserve des SV BW Dingden wäre durch den SGE-Rückzug gerettet.

Aus den sechs Bezirksligen im Fußballverband Niederrhein (FVN) steigen jeweils die drei letztplatzierten Teams ab. Die sechs Tabellen-15. spielen in drei ausgelosten Relegationsspielen drei weitere Absteiger aus, von denen es also in Summe 21 geben wird. Klar ist, dass der 15. der Gruppe vier die Relegation gegen den 15. der Gruppe fünf bestreiten wird. Dabei hätte das Team aus der hiesigen Gruppe vier zunächst Heimrecht und müsste logischerweise im Rückspiel auswärts ran. Aktuell 15. der Gruppe fünf ist der 1. FC Mülheim (29 Punkte). Zwei weitere mögliche Kandidaten sind TuS Viktoria Buchholz (14.; 29) und der SV Rhenania Hamborn (16.; 28).

„Ich habe alle drei Gegner schon gesehen, man muss ja vorbereitet sein. Und ein Aufgeben gibt es nicht“, sagt David Kraft. Denn sein Team, er ist Coach von Westfalia Anholt, hat die schlechtesten Karten in diesem Abstiegskampf-Rechenschieber-Finale. Der Aufsteiger steht „virtuell“ mit 36 Punkten auf dem Relegationsplatz, das rettende Ufer ist auch nur einen Zähler entfernt – wenn, ja wenn die SGE Bedburg-Hau tatsächlich ihr Team zurückzieht.

Kraft sagt dazu: „Wir gehen davon aus, dass es so kommt, aber der Zeitpunkt ist entscheidend. Wir sind erst sicher, wenn es schriftlich vorliegt. Bis dahin müssen wir unsere Hausaufgaben machen, das wird schwierig genug.“ Und klar: Der direkte Klassenerhalt ist noch möglich, „dafür werden wir alles geben, das noch zu erreichen“.

Dabei ist das anstehende Match am Sonntag, 31. Mai, daheim gegen den designierten Vizemeister Sportfreunde Broekhuysen sehr schwer. Vielleicht gelingt der Westfalia aber zum Saisonfinale der große Schritt Richtung Relegation, weil es zum Schlusslicht und Absteiger SV Viktoria Goch II geht (Freitag, 5. Juni).

Anders sieht es da schon für TuS Stenern (Rang 12; 40 Punkte) und für die Sportfreunde 97/30 Lowick (13; 40) aus. Stenern muss zwar gegen den Drittplatzierten DJK Twisteden ran, hat aber auch noch das direkte Abstiegsduell gegen Alemannia Pfalzdorf.

„Eigentlich beschäftigen wir uns seit Wochen mit der Frage, ob das von der SGE wirklich durchgezogen wird. Man glaubt es natürlich erst, wenn es wirklich in der Tabelle vermerkt ist. Aber ich denke, vieles deutet darauf hin“, sagt Simon Meyering (Foto Mitte).

Aber: „Hundertprozentig verlassen kann man sich darauf nicht. Deswegen werden wir das erst berücksichtigen, wenn es wirklich in die Tabelle eingerechnet ist“, so der Trainer von TuS Stenern. „Unser Ziel ist es deshalb, unsere Spiele erfolgreich zu gestalten, damit wir gar nicht erst auf den Relegationsplatz gucken müssen.“ Sollte sich die aktuelle Konstellation bestätigen, „dann sähe es natürlich gut aus. Aber für mich ist das trotzdem immer noch nur eine Eventualität“. Entscheidend sei deshalb weiterhin die eigene sportliche Leistung.

Mit Blick auf das Restprogramm bleibe die Mannschaft konzentriert. „Wir spielen jetzt gegen den Tabellendritten Twisteden und danach in Pfalzdorf gegen die direkte Konkurrenz. Aber wir haben gerade einen positiven Trend mit 13 Punkten aus den letzten sechs Spielen. Wir haben Selbstvertrauen und sind überzeugt, dass wir noch Punkte holen werden.“ Gleichzeitig werde nichts auf die leichte Schulter genommen: „Man hat im Fußball schon vieles gesehen“, so Meyering. „Wir konzentrieren uns darauf, unser Heimspiel gegen Twisteden erfolgreich zu gestalten. Wenn wir da drei Punkte holen, dann dürfte es durch sein.“

Heftiger ist das Restprogramm für die SF 97/30 Lowick, mit den Spielen gegen den Tabellenvierten Kevelaerer SV und zum Abschluss daheim gegen den Meister und Landesliga-Rückkehrer VfL Rhede. Marcus Schaffeld stellt klar: „Wir haben aktuell mehrere Verletzungsprobleme und deswegen ist die Rückrunde nicht so erfolgreich verlaufen wie die Hinrunde.“ In der ersten Saisonhälfte habe die Mannschaft noch deutlich stabiler im oberen Tabellenbereich gestanden und hatte sich mehr vorgenommen. Die personelle Situation habe die Entwicklung jedoch erschwert.

Für die verbleibenden Spiele sei das Ziel aber ganz klar formuliert: „Wir wollen auf jeden Fall in Kevelaer noch einen Punkt holen. Dann dürften wir erst einmal durch sein.“ Gleichzeitig betont Schaffeld, dass er sich nicht an Spekulationen über mögliche Rückzüge oder Konstellationen im Tabellenkeller beteiligen werde. „Wir wollen gar nicht auf irgendwelche Tabellenplätze oder Rückzüge spekulieren. Wir wollen das einfach vorher klar haben und fertig.“ Das Trainerduo Schaffeld/Tünte hebt hervor, dass der Klassenerhalt möglichst aus eigener Kraft gesichert werden soll. „Wenn wir jetzt erst einmal Abstand zu den letzten fünf Mannschaften haben und mit der Relegation nichts mehr zu tun haben, dann schauen wir, was danach passiert.“

Bericht: BBV-Ausgabe vom 21.05.26
Fotos: TuS Stenern